Typologie der Kreuzfahrer

Ein Kreuzfahrtschiff ist so etwas wie ein Mikrokosmos, eine abgeschottete Welt, in der Menschen für eine gewisse Zeit auf einander treffen und bedingt auch angewiesen sind. Das macht das Kreuzfahrtshiff zu einer Art Firma, nur ohne Gehalt. Da sich auf dem Schiff auch nur normale Menschen befinden, die eigentlich nichts außer jenem verbindet, ist dort genau wie in der Fabrik oder im Büro ein bestimmter Mix aus Typen zu finden. Hier sollen einige davon vorgestellt werden.

Workout vor Publikum – der Angeber

Der Angeber geht zum Sporteln nicht etwa ins Gym, das an Bord bereit gestellt wird. Nein, er posiert genau neben den drei Damen aus Köln, die in Bikinis auf den Liegen fläzen und auf ihn, den Muscle Man, gewartet haben. Natürlich steht er da rein zufällig. Der Angeber ist aber auch gerne in der Bar zu finden wo er den Mitreisenden von seinen Aktiendeals erzählt, dem tollen Job in „einer (Top Secret!) der führenden IT-Firmen“. Der Angeber muss, damit er nicht übersehen wird, was ob seiner Blässe passieren könnte, immer auf sich aufmerksam machen. Guckt mal, bin ich nicht toll, sportlich, schlau etc. Das Gegenmittel: Hmm, super murmeln, ansonsten weiter lesen etc.

Gepflegtes Nichtstun, eine Kunst

Den Typus gibt es auch in jeder Firma: Das ist der Mensch, von dem niemand weiß, was er genau tut, Man fragt sich, was dieser „Lenkungsausschuss“ macht, wieso der Gute ständig freigestellt ist. An Bord tut er weiterhin nichts, denn das kann er am besten. Damit das wie in der Firma aber nicht auffällt, legt er neben die Liege, die er ganztägig nutzt, einen Schläger. Ein Bildband über das Segeln tut es auch. Der Nichtstuer macht an Bord gerne auf sich aufmerksam und freut sich, wenn die Anderen ihn auf den „Sport“ ansprechen. Er bleibt sich also treu, auch im Urlaub macht er nichts. Super Einstellung.

Die gute Seele

Auch so Einen oder eher Eine hat jede Firma zu bieten. die gute Seele. Auch im Urlaub auf dem Schiff, lässt die gute Seele nichts unversucht, sich nützlich zu machen. Das Zimmermädchen wird von ihr mit den Worten weg geschickt: „Das Bett mache ich selber“. Und für die Mitreisenden hat die Seele auch immer ein offenes Ohr, egal, wie sehr sich das Gejammer über den untreuen Gatten wiederholt. Die gute Seele hilft beim abendlichen Aufbau der Bühnendeko für die Show, sie geht von sich aus für den Tischnachbarn ans Büffet, damit der „nicht vom Fleisch fällt“. Kurz: Die gute Seele ist auch im Urlaub unersetzlich.

Können Sie sich in einem dieser Typen wieder erkennen?

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